Startseite„Jetzt erst recht!“ oder die Berufswahl lebt mit Herzblut

„Jetzt erst recht!“ oder die Berufswahl lebt mit Herzblut

Eben noch lachen Dominik, Emre und Lisa gemeinsam mit ihren Mitschülern der Friedensburg-Oberschule in Berlin über kulturelle und sprachliche Miss- und Verständnisse - perfekt im Comedy-Style von Osman Citir erzählt - bis dieser aus dem gemeinsamen Lachgefühl eine emphatische Identifikationsebene bastelt. Keiner seiner Zuhörer kommt so schnell mit, um darüber nachzudenken, ob er sich auf die Tiefe der sehr traurigen und persönlichen Geschichte einlassen will. Zu schnell ist Citir in seiner Dramaturgie. Denn jede der 90 Minuten Showtime gestern war authentisch, echt, ist sein Leben, das auch die Geschichte jedes Zuhörers sein könnte.

Er zieht sie in seine Vergangenheit und sie beginnen sich mit Osman in Gedanken zu verbünden. Immer wieder klingt durch: „Wenn Dir jemand sagt, das kannst du nicht. Dann sag dir selbst: ‚Jetzt erst recht!’. Wenn keiner an dich glaubt, dann zeig es ihnen – jetzt erst recht!“. Die Botschaft ist vielschichtig ohne zu dozieren, denn es stehen die eigene Kraft und Möglichkeit im Mittelpunkt und Osman gelingt es, diese aus jedem einzelnen der jungen Menschen raus zu kitzeln.

Am Ende seiner Show kommen die auf die Bühne, die diesen Tag möglich machen. 40 Menschen von 17 Firmen, Einrichtungen und Orientierungsangebote. Sie führen die Motivation in konkretes Tun. Bei „The Do School“ wird die Persönlichkeit erkundet, bei WISAG die Berufe, die in einer so großen Vielfalt für jeden der Schüler im Grunde eine tolle Perspektive bieten könnte. Die jungen Damen der Berufsfachschule für Tourismus gewinnen die Herzen der Schülerinnen ruckzuck, denn Flughafen und die vielfältigen Wege, die die schulische Ausbildung bietet, sind überzeugend. Die Deutsche Rentenversicherung Bund lockt mit Ihrer Präsenz sogar eine Schülerin einer anderen Schule zu diesem Tag und im Personaler-Talk berichtet die Personalverantwortliche sowie die der SRH Hochschule Berlin über Wege in Ausbildung und Studium. Die Deutsche Bahn und die Berliner Sparkasse sind mit Ihren zukünftigen Führungskräften und Auszubildenden rege im Austausch über die eigenen Schritte, die sie bis zum heutigen Tag gegangen sind.

Erstaunt stellen die Schülerinnen der 10 fest, dass das Abitur nicht unbedingt die Voraussetzung für das Studium sein muss. Die Firma K. Rogge zeigt gemeinsam mit dem Bauförderungswerk unbekannte Seiten der Bauberufe und des  Stuckateurs, während eine Gruppe von Abiturienten die Wege in die Selbstständigkeit mit zwei Junggründern und der IHK Initiative IMMS kennenlernen. Zwei duale Studierende der Firma Bayer AG diskutieren mit den Schülern über internationale Ausrichtungen des Bachelorstudiengangs BWL-Industrie und dessen Perspektiven.

Und immer wieder wird das Angebot von „Du und Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar!“ des BMBFs relevant, wenn die Orientierungslosigkeit den Kopf dominiert. Farbe bringt die Maler- und Lackierer-Innung mit zwei Meistern von Betrieben in die Gedanken der Zuhörer. Ein Beruf, der bis zum heutigen Tag leider nicht auf der Wunschliste der Schüler stand, nun aber anders diskutiert werden wird. Das 25Hours-Hotel findet sehr schnell neue Anhänger für die Hotelberufe, weil Konzept und Unternehmenskultur so gar nicht mehr dem klassischem Hotel-Image entsprechen und auch Bushido gerne dort verweilt. Mit Ann-Mi von Loew und Rebecca Michaelis wird geschauspielert und die eigene Kreativität für die berufliche Laufbahn erkundet.

 

 

13 Räume voller neuer Perspektiven– ein Programm im Schnelldurchlauf durch die wichtigste Erkenntnis – Du entscheidest, es ist deine Zukunft, die Berufswahl ist ein Teil davon!

Für 140 Abiturienten und 200 Schüler/-innen des 10. Jahrgangs ist diese Erfahrung dank der großen Beteiligung der Firmen aus Berlin gestern perfekt gelungen!